Duale Berufsausbildung

 

Die duale Berufsausbildung ist ein deutsches Erfolgsmodell. Die Kombination von praktischer Ausbildung im Unternehmen und fachnahem Unterricht an der Berufsschule ist ein Garant für eine hohe Ausbildungsqualität. Über 200.000 junge Menschen werden gegenwärtig in der Metall- und Elektroindustrie ausgebildet, die damit intensiv in ihre Nachwuchsgewinnung und die jungen Menschen investiert. Die abwechslungsreichen Arbeitsfelder, die hoch innovativen Produkte und die traditionell niedrige Arbeitslosigkeit zeigen: Eine Ausbildung in der Metall- und Elektroindustrie ist eine Grundlage für ein erfülltes Berufsleben und eine sichere Zukunft.

Durch den demografischen Wandel wird es in Zukunft schwieriger, ausreichend Nachwuchskräfte zu finden. In der Vergangenheit war eine duale Berufsausbildung vor allem für nichtstudienberechtigte Jugendliche der Start in ihr Berufsleben. Dadurch werden den Ausbildungsbetrieben in Zukunft deutschlandweit mehr als 100.000 Jugendliche weniger im Jahr zur Verfügung stehen.

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Bereits heute zeigt sich, dass in einigen Ausbildungsberufen nicht genügend Bewerberinnen und Bewerber vorhanden sind. In der  Industrie konnten 28 Prozent der Unternehmen im Jahr 2013 nicht alle Ausbildungsplätze besetzen.

Aufgrund dieser mangelnden Versorgung kann den Fachkräftebedarf der Metall- und Elektroindustrie aktuell nicht vollständig gedeckt werden. So existiert bereits heute in einigen gewerblich-technischen Berufsfeldern ein unzureichendes Angebot an Fachkräften. Derzeit gibt es hier neun Berufsfelder, bei denen weniger als ein Arbeitsloser auf eine offene Stelle bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet ist.

Umso wichtiger wird es künftig sein, jungen Menschen die Vorteile einer Ausbildung in der Metall- und Elektroindustrie zu vermitteln. Nach wie vor sind Metall- und  Elektroberufe bei männlichen Jugendlichen sehr gefragt. In den Top 10 der beliebtesten Ausbildungsberufe sind auch 2012 die Hälfte der Ausbildungsberufe dem gewerblich-technischen Bereich zuzuordnen. Das hohe Interesse dieser Zielgruppe alleine wird allerdings nicht reichen. Es gilt weitere Zielgruppen für eine duale Berufsausbildung zu gewinnen: Junge Frauen und Jugendliche mit Migrationshintergrund als Auszubildende sind gefragter denn je. In Berufsorientierungstagen werden diese Gruppen an die großen Chancen und Möglichkeiten in der Metall- und Elektroindustrie herangeführt. Erste Erfolge dieser Maßnahmen zeigen sich bereits. So hat sich das Interesse für Metall- und Elektroberufe bei weiblichen Jugendlichen in einigen Ausbildungsberufen zwischen 2007 und 2010 deutlich erhöht.

Neben der Sicherung einer ausreichenden Zahl an Bewerberinnen und Bewerbern, ist auch der Erfolg einer dualen Berufsausbildung ein wichtiger Faktor. Dabei gilt es grundsätzlich zwischen den Fähigkeiten und Kenntnissen, die junge Menschen in eine Ausbildung mitbringen und dem Ergebnis einer Ausbildung zu unterscheiden. Die Ausbildungsreife junger Menschen ist in den letzten Jahren vermehrt Gegenstand der öffentlichen Diskussion geworden. In einer aktuellen Umfrage nennen Unternehmen dabei insbesondere mangelnde Berufsvorstellungen, Ausdrucksvermögen und Leistungsbereitschaft von Jugendlichen als Verbesserungspotential. Schulkooperationen und die Zusammenarbeit mit Bildungsträgern können dabei helfen, diese Eingangsvoraussetzungen zu verbessern. Innerhalb der Zusammenarbeit sind das Angebot von Praktika für Lehrpersonen sowie Schülerinnen und Schüler, der Aufbau einer Schülerfirma oder das Gestalten eigener Unterrichtseinheiten gute Ansatzpunkte.

Die Sicherung der Ausbildungsqualität durch verschiedene Maßnahmen, wie regelmäßige Feedbackgespräche, Lernfortschrittskontrollen oder die gezielte Weiterbildung des Ausbildungspersonals, ist in zahlreichen Unternehmen bereits heute gelebter Alltag. In einer aktuellen Umfrage des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie zeigte sich über alle Größenklassen hinweg ein hoher Qualitätsanspruch der Unternehmen. Unternehmen mit einer Zugehörigkeit zur Handwerkskammer sowie traditionelle Metall- und Elektrounternehmen setzen dabei verstärkt Qualitätssicherungsmaßnahmen in der betriebseigenen Ausbildung um.

Eine hohe Ausbildungsqualität kann auch dabei helfen, Vertragslösungsquoten zu senken. Nicht jedes Ausbildungsverhältnis endet mit einem Berufsabschluss. Bei etwa jedem fünften Ausbildungsverhältnis trennen sich die Wege von Jugendlichen und Ausbildungsunternehmen vorzeitig. Dabei entstehen hohe Kosten für das Ausbildungsunternehmen.

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BIBB (Bundesinstitut für Berufsbildung) (2012): BIBB-Datenreport 2012
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Werner, Dirk / Neumann, Michael / Erdmann, Vera, 2010, Qualifizierungsmonitor – Empiriegestütztes Monitoring zur Qualifizierungssituation in Deutschland (Projekt-Schlussbericht)
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Bundesagentur für Arbeit (2012): Bewerber und Berufsausbildungsstellen Deutschland Stand August 2012
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DIHK (Deutscher Industrie & Handelskammertag) (2012): Ausbildung 2012 – Ergebnisse einer DIHK-Online-Unternehmensbefragung
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Erdmann, V.; Seyda. S. (2012): Fachkräfte sichern - Engpassanalyse 2012
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GIB - Gesellschaft für Innovationsforschung & Beratung mbH (2012): Empiriegestütztes Monitoring zur Qualifizierungssituation der deutschen Wirtschaft
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Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. (2012): Ausbildung: Positive Trends
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M & E (2011): Unternehmensbefragung August/September 2011/2012

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